Phishingmails oder dubiose Anfragen in Sozialen Medien sind für viele Menschen Alltag in ihrem digitalen Leben. Obwohl solche Anfragen phänomenologisch gesehen durchaus versuchte Betrugshandlungen darstellen, werden sie gleichzeitig kaum zur Anzeige gebracht. Sie werden vielmehr als Normalität - gar als ein Naturgesetz - im digitalen Raum wahrgenommen, wo die Sicherheitsbehörden entweder nicht in der Lage sind dies zu verfolgen oder man von der Masse droht überfordert zu sein. Dies gilt auch für viele andere Phänomene von digitaler Hasskriminalität, über sexuelle Belästigungen - von Cybergrooming bis zu dem unerwünschten Zusenden pornografischer Medien (sog. Dickpics) - bis hin zu Identitätsdiebstählen. 

 

Kriminalität und Normenbrüche sind im digitalen Raum in einer besonderen Weise transpararent und werden offenbar von nicht wenigen als Normalität empfunden. So spricht die Divsi-U 25 Studie davon, dass junge Menschen das Internet als eine Beleidigungskultur wahrnehmen. Im Rahmen des Vortrages soll daher diskutiert werden, ob im Internet eine Art Unrechtskultur vorherrscht, welche Auswirkungen dies hat und was dagegen unternommen werden könnte